Besonderer Besuch am Niederrhein im September 2025: Jeff Horn, ein Rentner aus Los Angeles, kam mit seiner Ehefrau Nathana nach Vorst. Er ist der Sohn von Walter Horn, der 1938 als 16-Jähriger im KZ Dachau saß. Auf einer Europareise besuchten die beiden die Orte, an denen seine Familie gelebt hat, und Verwandte in der Gegend.
Zusammen mit seiner Großcousine Edith Mascini, seinem Großcousin Herbert Goetzen und Peter Joppen von der Stolperstein-Initiative stand er an der Clevenstraße. Dort sah er die acht Steine seiner Familie zum ersten Mal.
„Diese Steine bedeuten uns sehr viel, so können wir als Familie das Haus immer wiedererkennen.“Jeff Horn
In der Familie wurde in den USA wenig über die alte Heimat gesprochen. Sein Vater hatte trotzdem vor allem gute Erinnerungen an seine Kindheit in Vorst und erzählte manchmal kleine Geschichten. 1973 besuchte Walter Horn Vorst noch einmal. Mit der Familie das alte Haus anzusehen, fiel ihm sehr schwer.
Nach der Flucht nach Ecuador arbeitete die Familie zuerst wieder als Metzger. In den USA mussten sie als Flüchtlinge jede Arbeit annehmen, zum Beispiel in Hotelküchen oder als Klempner.
Dass die Steine heute dort liegen, ist der Stolperstein-Initiative in Vorst zu verdanken. Jeff Horn ist ihr dafür sehr dankbar. Die Verlegungen endeten vor rund zwölf Jahren. Jetzt wollen Edith Mascini und Peter Joppen die Initiative neu beleben. Die verstorbene Christel Tomschak hatte ihnen mit auf den Weg gegeben, nicht aufzuhören, denn was damals passiert ist, kann jederzeit wieder passieren. Neue Steine sind nicht geplant, dafür stille, aber sichtbare Aktionen.